Zugewinnausgleich

Rechtsanwältin und Fachanwältin für Familienrecht Manuela Ernstberger berät Sie bei der Frage der Wahl des Güterstands vor und während einer Ehe. Wurde keine Wahl vorgenommen, leben Sie in einer Zugewinngemeinschaft. Bei deren Beendigung (also meist bei einer Scheidung), ist der erlangte Zugewinn zwischen den Eheleuten auszugleichen. In diesem Zusammenhang müssen Anfangs-, Trennungs- und Endvermögen berechnet werden und ggf. entsprechende Auskunftsansprüche gegen den anderen/früheren Ehegatten geltend gemacht werden.

Einvernehmliche Regelungen bis hin zu notariellen Trennungs- und Scheidungsfolgenvereinbarungen können mit Ihnen vorbereitet werden, oder bei Bedarf Ihre berechtigten Ansprüche gerichtlich durchgesetzt werden.

DAS WICHTIGSTE

  • Es wird nicht das gesamte Vermögen ausgeglichen, sondern grundsätzlich nur der Vermögenszuwachs nach der Eheschließung.
  • Dazu gehören z.B. Lottogewinne, Abfindungen und Leistungen aus einer privaten Unfallversicherung. Bei einer Erbschaft oder Schenkung wird nur der Wertzuwachs ausgeglichen, die Erbschaft selbst aber nicht (sog. privilegiertes Anfangsvermögen).
  • Ein gerichtliches Zugewinnausgleichsverfahren ist nicht erforderlich; möglich ist auch eine außergerichtliche Regelung.
  • Haben beide Eheleute während der Ehe gleich viel erwirtschaftet, gibt es nichts auszugleichen.


Der Zugewinn, den die Ehegatten in der Ehe erzielten, ist bei einer Scheidung nur auf Antrag auszugleichen. Auch nach rechtskräftiger Scheidung kann der Zugewinnausgleich noch beansprucht werden; der Anspruch verjährt allerdings innerhalb der regelmäßigen Verjährungsfrist von 3 Jahren.

Es sind verschiedene notarielle Regelungen denkbar: Es kann vereinbart werden, dass der Zugewinnausgleich anders berechnet werden soll, als es das Gesetz vorsieht (z.B., dass bestimmte Vermögensgegenstände nicht berücksichtigt werden sollen). Auch die Abfindung mit einer bestimmten Pauschalzahlung oder mit der Übertragung eines bestimmten Gegenstandes (häufig einer Immobilie) kann vereinbart werden.

Die Berechnung des Zugewinnausgleichs setzt voraus, dass die Vermögen der beiden Ehegatten an 3 verschiedenen Stichtagen verglichen werden. Zieht man vom Endvermögen das Anfangsvermögen ab, ergibt sich der Vermögenszuwachs (Zugewinn). Kam es zwischen der Trennung und dem Stichtag für das Endvermögen zu illoyalen Vermögensverschiebungen, können die verschobenen Werte dem Endvermögen fiktiv hinzugerechnet werden.

Unerheblich ist dabei, wer während der Ehe was gezahlt hat oder wer mehr verdient.

Der so ermittelte Zugewinn der beiden Ehegatten wird verglichen. Der frühere Ehegatte, der mehr erwirtschaftet hat, muss die Hälfte des saldierten Zugewinns an den anderen zahlen.

Bei der Ermittlung der jeweiligen Vermögensstände müssen verschiedene Besonderheiten berücksichtigt werden:

     

  • Was ist, wenn man keine Kenntnis vom eigenen Anfangsvermögen (mehr) hat?
  • Was kann man tun, wenn man keine Kenntnis vom Vermögen des anderen Ehegatten hat?
  • Wie werden Schulden berücksichtigt?
  • Wie werden zwischenzeitliche Erbschaften und Schenkungen behandelt?
  • Gibt es einen Kaufkraftausgleich?
  •  

Hierzu beraten wir Sie gerne.