Zeugnis - Dank und Bedauern

Das Arbeitsgericht München hat in einer Entscheidung vom 22.03.2012 - entgegen der Rechtsprechung des BAG - entschieden, dass Arbeitnehmer Anspruch auf die Aufnahme einer „Dankes- und Bedauernsformel“ in ein Arbeitszeugnis haben. Dies soll zumindest dann der Fall sein, wenn dem Arbeitnehmer eine gute bis sehr gute Leistungs- und Verhaltensbeurteilung bestätigt wird. Bei einem solchen Zeugnis könne man, so das Arbeitsgericht, die Dankes- und Bedauernsformel nicht einfach weglassen, da dies im Ergebnis zu einer Abwertung des gesamten Zeugnisses führen würde.

Wörtlich wird vom Arbeitsgericht ausgeführt: „Es erscheint sehr fraglich, ob die von der Beklagten zitierte alte bundesarbeitsgerichtliche Rechtsprechung (BAG, NJW 2001, 2995) noch zeitgemäß ist. Die Verwendung von Schlussformeln ist seither weiter im Vordringen und heute überwiegend üblich; zumindest verschließt sich kein vernünftiger Arbeitgeber heute einem derartigen ausdrücklichen Wunsch des Arbeitnehmers. Diese Entwicklung wurde auch bereits von der Rechtsprechung verschiedener Instanzgerichte aufgenommen.“


ArbG München, Urteil vom 22.03.2012 - 23 Ca 8191/11, NJW-Spezial 2012, 596


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RA Dieter Gräf
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht, Würzburg

09.10.2012