Kündigung - Kündigungsschutz - Wartezeit

Wird ein Arbeitsverhältnis lediglich kurzzeitig unterbrochen, ist diese Unterbrechung im Rahmen der Berechnung der 6-monatigen Wartezeit nach § 1 Abs. 1 KSchG unbeachtlich, wenn zwischen den Arbeitsverhältnissen ein enger sachlicher Zusammenhang besteht.

Die Entscheidung des BAG erging zur Kündigung eines Arbeitnehmers in der Baubranche. Der Kündigung vorausgegangen waren in den Vorjahren jeweils mehrfach monatelange Unterbrechungen des Arbeitsverhältnisses und anschließende Neueinstellungen im folgenden Frühjahr.

Die Unterbrechung eines Arbeitsverhältnisses kann vor dem Hintergrund der Anwendbarkeit des KSchG unbeachtlich sein, wenn die Unterbrechung verhältnismäßig kurz ist und unter Beachtung branchenspezifischer Besonderheiten ein enger Zusammenhang zwischen den beiden Arbeitsverhältnissen besteht. Hierbei ist gegebenenfalls auch auf den Anlass der Unterbrechung und die Art der Weiterbeschäftigung abzustellen.

Das BAG bestätigt durch diese Entscheidung seine bisherige Rechtsprechung zur Wartezeit.


BAG, Urteil vom 20.06.2013 - 2 AZR 790/11


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RA Dieter Gräf
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht, Würzburg

13.11.2013