Abrufarbeit

Abrufarbeit ist die Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, nach welcher der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung entsprechend dem Arbeitsanfall zu erbringen hat.

Die Abrufarbeit, auch Arbeit auf Abruf, geregelt in § 12 TzBfG, ist in 2 Formen möglich. Zum einen können Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Voraus für einen gewissen Zeitraum (Jahr, Monat, Woche, Tag) ein bestimmtes Arbeitszeitkontingent, das der Arbeitgeber nach seinem Bedarf abrufen kann, vereinbaren. Zum anderen ist zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Vereinbarung eines Arbeitsverhältnisses möglich, nach welchem dem Arbeitgeber das Recht verbleibt, nicht nur die Lage, sondern - insoweit weitergehend - auch die Dauer der Arbeitszeit zu bestimmen.

Wird keine konkrete Vereinbarung getroffen, gilt die Fiktion, dass 10 Stunden wöchentlich als vereinbart gelten. Diese Arbeitszeit muss der Arbeitgeber dann vergüten, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob er eine Arbeitsleistung des Arbeitnehmers abgerufen hat oder nicht. Der Arbeitnehmer ist zur Arbeit auf Abruf nur dann verpflichtet, wenn ihm der Arbeitgeber die Lage seiner Arbeitszeit mindestens 4 Tage im Voraus mitteilt. Bei Vereinbarung von Abrufarbeit kann ein Dauerschuldverhältnis entstehen, wenn der Arbeitnehmer über einen längeren Zeitraum zur Arbeitsleistung herangezogen wird, er von seinem Ablehnungsrecht keinen Gebrauch macht und er darauf vertraut, auch in Zukunft herangezogen zu werden. Branchenabhängig sind Rahmenvereinbarungen in Kombination mit befristeten Arbeitsverhältnissen möglich und praktikabel. Eine Vereinbarung von Arbeit auf Abruf ist unwirksam, wenn der Anteil der abrufbaren Arbeit mehr als 25 % der vereinbarten Mindestarbeitszeit beträgt.

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